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Forschen & Geduld

Uma und die Salzsterne

Uma möchte aus Salzwasser kleine Kristalle wachsen sehen. Mit Oma richtet sie einen Versuch ein und beobachtet mehrere Tage lang kleine Veränderungen.

  • ab 6 Jahren
  • 9 Minuten
  • Lesestufe 2
  • Forschen & Geduld

Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Uma betrachtet mit ihrer Oma kleine Salzkristalle an einem Faden über einem Glas auf der sonnigen Küchenfensterbank.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Uma und die Salzsterne

Kapitel 1 von 4

Ein Löffel verschwindet

Uma rührte mit Oma Salz in ein Glas Wasser. Die weißen Körner wurden beim Umrühren immer schwerer zu sehen. „Sind sie weg?“, fragte Uma. Oma setzte einen kleinen Tropfen Salzwasser auf einen Teller. Später wollten sie sehen, was nach dem Verdunsten übrig blieb. Uma fand die Idee spannend. Sie wollte wissen, ob aus unsichtbarem Salz wieder etwas Sichtbares werden konnte. Oma schlug einen Versuch mit einem Faden vor.

Sie nahmen ein sauberes Glas, Wasser, Salz und einen Baumwollfaden. Oma rührte so lange Salz ein, bis sich nur noch wenig davon lösen wollte. Dann legte sie einen Stift über den Glasrand und band den Faden daran. Sein Ende hing im Wasser, ohne den Boden zu berühren. Uma stellte das Glas mit Oma auf eine sichere Fensterbank. Sie klebte keinen Deckel darauf, denn etwas Wasser sollte langsam verdunsten. „Und jetzt?“, fragte sie. „Jetzt schauen wir morgen wieder“, sagte Oma.

Kapitel 2 von 4

Der erste Morgen

Am nächsten Morgen sah Uma vor allem Wasser. Der Faden war nass, doch kleine Sterne konnte sie nicht erkennen. Sie wollte mehr Salz hineinschütten. Oma fragte, ob sie erst aufschreiben möchten, was sie wirklich sahen. Uma zeichnete ein Glas mit einem geraden Faden und schrieb das Datum darunter. Sie markierte auch die Höhe des Wassers mit einem dünnen Strich auf einem Papierstreifen außen am Glas. Dann stellten sie alles zurück.

Am zweiten Tag war der Wasserstand ein wenig niedriger. Auf dem Teil des Fadens über dem Wasser saßen winzige helle Körnchen. Uma beugte sich vor. Sie sahen nicht aus wie die großen Sterne, die sie sich vorgestellt hatte. Eher wie rauer Schnee. Oma erklärte, dass Wasser vom feuchten Faden und aus dem Glas verdunsten könne; gelöstes Salz bleibe zurück und könne Kristalle bilden. Uma malte die Körnchen neben ihren ersten Faden. Diesmal brauchte sie viele kleine Punkte.

Kapitel 3 von 4

Nicht alles wächst gleich

Am dritten Tag waren manche Stellen am Faden weißer als andere. Uma dachte, jede Stelle müsse gleich aussehen, weil derselbe Faden im selben Glas hing. Oma bat sie, von der Seite zu schauen. Dort, wo der Faden den Stift berührte, war er anders gespannt. Außerdem wurde nicht überall gleich viel Flüssigkeit nach oben gezogen. Uma musste nicht jede Ursache sofort kennen. Sie zeichnete die Unterschiede so genau, wie sie sie sehen konnte.

Sie rührten nicht im Glas, obwohl Uma gern wissen wollte, wie sich die Körnchen anfühlten. Der Versuch sollte noch einen Tag stehen. Oma stellte ein Schild daneben: Bitte nicht anstoßen. Als Umas kleiner Bruder die Fensterbank erreichen wollte, rückten sie das Glas gemeinsam höher und sicherer. Uma lernte, dass zu einem guten Versuch auch gehört, den Platz passend zu wählen. Nur so konnte sie morgen vergleichen, was sich verändert hatte, statt ein umgekipptes Glas aufzuwischen.

Kapitel 4 von 4

Sterne ohne Zacken

Am vierten Tag holte Oma das Glas vorsichtig auf den Tisch. Uma betrachtete den Faden im Sonnenlicht. Die Kristalle glänzten. Einige hatten kleine Ecken; keiner sah aus wie ein gemalter Stern mit fünf Spitzen. „Salzsterne“ nannte Uma sie trotzdem, weil sie funkelten. Oma ließ den Faden erst trocknen und half später beim Aufräumen. Die Flüssigkeit tranken sie nicht. Uma behielt ihre Zeichnungen und machte ein Foto vom fertigen Versuch.

Beim Abendessen zeigte sie die vier Bilder nacheinander: erst ein glatter Faden, dann kleine Punkte, später weiße Stellen und zuletzt die Kristalle. Papa fragte, welches Bild ihr am besten gefalle. Uma zeigte auf das zweite. „Da habe ich zum ersten Mal etwas Neues gesehen“, sagte sie. Sie hatte am ersten Morgen fast gedacht, der Versuch funktioniere nicht. Jetzt wusste sie, dass manche Veränderungen Zeit und einen guten Blick brauchten. Auf die Rückseite des letzten Bildes schrieb sie: Morgen wieder etwas anderes beobachten.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Was hing im Glas und warum?
  2. Wann sah Uma die ersten kleinen Kristalle?
  3. Wie half ihr das tägliche Zeichnen beim Beobachten?

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