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Tamina und der Stein mit zwei Temperaturen
Ein warmer Platz
Tamina setzte sich auf die Gartenbank und legte die Hand auf den Stein neben sich. Er fühlte sich warm an. Der Stein unter dem Baum sah fast genauso aus, aber als Tamina ihn berührte, war er kühl. „Der eine hat eine Decke“, sagte sie und zeigte auf den Schatten. Oma lachte. „Vielleicht können wir herausfinden, was den Unterschied macht.“
Sie suchten zwei flache, ähnliche Steine. Oma prüfte zuerst, dass keiner zu heiß war und keine scharfe Kante hatte. Tamina legte einen in die Sonne, den anderen in den Schatten. Dann tranken sie Wasser und warteten. Tamina wollte jede Minute fühlen, aber Oma schlug vor, zunächst nur zu beobachten, wo das Licht blieb.
Ein wandernder Rand
Der Schatten des Baums bewegte sich ein wenig. Der dunkle Stein lag bald halb im Licht. Tamina schob ihn zurück in die schattige Stelle. Oma markierte die Positionen mit zwei kleinen Holzstäbchen. „So wissen wir später, welcher Stein wo lag“, sagte sie. Tamina merkte sich außerdem einen weißen Punkt auf dem Stein im Sonnenlicht.
Nach einer Weile hielt Oma ihre Hand kurz über beide Steine. Sie waren ungefährlich zu berühren. Tamina prüfte mit einem Finger. Der Stein mit dem weißen Punkt fühlte sich wärmer an. Der andere war kühl geblieben. Tamina fragte, ob das bei allen Steinen so wäre. Oma sagte: „Das haben wir heute mit diesen beiden ausprobiert.“
Die Plätze tauschen
Tamina wollte wissen, ob der weiße Punkt selbst die Wärme machte. Sie tauschten die Plätze der Steine. Nun lag der Stein mit dem weißen Punkt im Schatten. Der andere bekam Sonne. Nach dem nächsten Glas Wasser prüften sie wieder gemeinsam. Der vorher warme Stein hatte Wärme verloren; der andere fühlte sich wärmer an als zuvor.
„Also war es nicht der Punkt“, sagte Tamina. Oma nickte. Sie bemerkten auch, dass der neue Sonnenplatz später am Tag nicht mehr so hell war. Deshalb verglichen sie nur vorsichtig. Tamina malte zwei Kreise in ihr Heft und setzte eine kleine Sonne über den wärmeren Platz, keine Zahl und kein großes Versprechen.
Ein Platz zum Sitzen
Als sie später im Garten saßen, suchte Tamina für ihre Füße einen kühlen Fleck unter der Bank. Für Omas Teetasse wählten sie den Tisch im Schatten, damit der Tee nicht in der Sonne stand. Die Steine blieben dort, wo sie lagen. Tamina dachte an den warmen Weg im Sommer und daran, vorher zu prüfen, ob etwas zu heiß sein könnte.
Am Abend fühlte sich der Stein mit dem weißen Punkt wieder anders an als am Mittag. Tamina beschloss, ihn morgen erneut anzusehen. Ihre kleine Untersuchung hatte keine Antwort für jeden Stein auf der Welt. Aber sie wusste jetzt, worauf sie achten konnte: Licht, Schatten, Zeit und ihre eigene vorsichtige Hand.
