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Runa und die Karte mit freien Plätzen
Tische im Hof
Am Samstag wollten die Nachbarn im Hof einen Flohmarkt machen. Runa durfte die Karte für die Stände zeichnen. Sie malte den Eingang, den Kastanienbaum und sechs Tische. Jeder Tisch bekam ein buntes Rechteck. Runa war stolz, bis Herr Özdemir mit einem Rollwagen kam und vor dem ersten Tisch stehen blieb. Zwischen Tisch und Mauer blieb kaum Platz.
„Ich komme so nicht hindurch“, sagte er freundlich. Auch ein Kinderwagen hätte dort Schwierigkeiten gehabt. Runa sah auf ihre Karte. Auf Papier war der Weg breit gewesen, weil sie die Tische klein gemalt hatte. Im wirklichen Hof waren sie größer. Sie legte den Stift weg und holte ein Maßband.
Die Karte auf dem Boden
Runa und ihre Freundin Alma maßen die freie Stelle. Dann gingen sie den geplanten Weg vom Eingang bis zum Gartentor ab. An der Ecke beim Kastanienbaum stand zusätzlich ein Blumentopf. Alma zeichnete ihn auf die Karte. „Den hatten wir vergessen.“ Herr Özdemir zeigte, wo sein Rollwagen gut um die Kurve käme. Niemand musste raten, was er brauchte.
Sie verschoben den ersten Tisch näher zum Baum und stellten zwei kleine Kisten darunter statt daneben. Der Blumentopf durfte am Rand bleiben. Runa zeichnete einen breiten Weg durch alle Stände. Sie machte ihn nicht mit Farbe voll, damit jeder ihn auf der Karte sofort fand.
Ein Stand fehlt
Kurz vor Beginn kam noch Farah mit einer Kiste Bilderbücher. Runa hatte keinen Platz für einen siebten Tisch gezeichnet. Farah wollte schon wieder gehen. Da bemerkte Alma die freie Fläche an der Gartenmauer. Dort stand eine Bank. Farah konnte ihre Bücher auf der Bank auslegen, wenn vor ihr genug Weg blieb.
Sie prüften es mit dem Rollwagen. Herr Özdemir fuhr langsam einmal um die Bank herum. Es passte. Farah bekam auf der Karte ein neues Rechteck. Runa schrieb darunter: Bücherbank. Die Karte war nun anders als am Morgen, aber besser. Runa fand Gefallen daran, sie zu ändern, wenn jemand eine gute Beobachtung hatte.
Ein Hof für viele
Beim Flohmarkt fanden alle ihren Weg. Kinder schauten Bilderbücher an, Erwachsene prüften alte Töpfe, und Herr Özdemir brachte mit seinem Wagen eine Kiste zu Farah. Runa saß kurz unter der Kastanie und verglich ihre Karte mit dem Hof. Die Tische standen nicht alle genau in einer Reihe. Doch der Weg blieb frei.
Am Ende malte Runa einen zweiten Plan auf die Rückseite. Darin markierte sie, was besonders gut funktioniert hatte. Nächstes Mal würden sie zuerst die Wege abgehen und dann die Stände einzeichnen. Alma setzte einen grünen Kreis um die Bücherbank. „Die behalten wir“, sagte sie. Farah nickte und stellte das letzte Buch für die Nachbarskinder in eine Tauschbox.
