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Sorgfalt & Erinnerungen

Roya und der Teller mit dem Riss

Roya findet einen Riss in Omas alten Teller und entscheidet mit ihr, ihn sicher aufzubewahren.

  • ab 6 Jahren
  • 9 Minuten
  • Lesestufe 2
  • Sorgfalt & Erinnerungen

Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Roya und ihre Oma betrachten in der warmen Küche einen blau gemusterten Teller mit feinem Riss; er liegt auf einem weichen Tuch, daneben stehen Erdbeeren auf einem zweiten Teller.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Roya und der Teller mit dem Riss

Kapitel 1 von 4

Ein dünner Strich

Roya deckte bei Oma den Kaffeetisch. Für die Erdbeeren wollte sie den alten Teller mit blauen Blüten nehmen. Als sie ihn hochhob, sah sie einen dünnen Strich am Rand. Erst dachte sie an einen gemalten Zweig. Dann spürte sie mit dem Finger eine kleine Unebenheit. „Oma, hier ist etwas“, sagte sie und stellte den Teller vorsichtig ab.

Oma sah hin. Der Strich war ein Riss. Der Teller hatte schon ihrer Mutter gehört und war oft auf dem Tisch gewesen. Roya befürchtete, Oma würde traurig oder böse sein. Stattdessen dankte Oma ihr fürs Bemerken. Sie nahm einen anderen Teller für die Erdbeeren. Den alten legten sie auf ein weiches Tuch, damit niemand ihn aus Versehen benutzte.

Kapitel 2 von 4

Was hält noch?

Roya wollte den Riss mit Kleber verschwinden lassen. Oma erklärte, dass ein Teller für Essen besondere Anforderungen erfüllen muss. Ein selbst geklebter Teller könnte scharfe Stellen haben oder beim Abwaschen wieder brechen. Sie würden ihn nicht mehr zum Servieren verwenden. „Aber wir können überlegen, ob wir ihn als Erinnerungsstück bewahren“, sagte Oma. Roya betrachtete die blauen Blüten. Jede sah ein wenig anders aus.

Sie suchten eine stabile Schachtel und legten den Teller hinein. Dann erzählte Oma, wie sie als Kind Pflaumenkuchen davon gegessen hatte. Roya kannte den Kuchen, aber nicht diese Geschichte. „Ich möchte sie mir merken“, sagte sie. Oma schrieb auf ein Kärtchen, von wem der Teller stammte und warum er ihr wichtig war. Roya malte eine Pflaume dazu.

Kapitel 3 von 4

Die sichtbare Spur

Am nächsten Tag brachte Oma den Teller zu einer Fachfrau in der Keramikwerkstatt. Roya durfte mitkommen. Die Frau prüfte den Riss und erklärte, dass sie ihn stabilisieren könne, wenn der Teller nur noch als Dekoration diene. Eine feine Spur würde sichtbar bleiben. Roya fand das gut. Man sollte sehen können, dass mit dem Teller etwas passiert war, ohne so zu tun, als sei er neu.

Die Fachfrau zeigte ihnen zuerst ein anderes repariertes Stück und besprach den sicheren Platz dafür. Roya stellte viele Fragen. Durfte der Teller wieder in die Spülmaschine? Nein. Durften Erdbeeren darauf liegen? Nein. An der Wand, außerhalb der Reichweite kleiner Hände, konnte er aber aufgehängt werden. Oma entschied sich dafür. Sie ließen den Teller in der Werkstatt und nahmen das Kärtchen mit nach Hause.

Kapitel 4 von 4

Ein Platz an der Wand

Einige Tage später holten sie den Teller ab. Die blaue Blüte am Rand war noch zu sehen, und der Riss verlief als feine Linie hindurch. Zu Hause befestigte Oma einen sicheren Halter an der Wand. Roya stand daneben und reichte das Kärtchen. Es kam unter den Teller, damit alle die Geschichte lesen konnten, wenn Oma sie vorlesen wollte.

Zum Nachtisch gab es wieder Erdbeeren, diesmal auf schlichten weißen Tellern. Roya schaute zur Wand. Der alte Teller war nicht mehr für Essen da, aber seine Geschichte war noch im Zimmer. „Ist es schlimm, dass man den Riss sieht?“, fragte sie. Oma schüttelte den Kopf. „Er erinnert uns daran, gut hinzusehen.“ Roya nahm eine Erdbeere und erzählte Papa von Omas Pflaumenkuchen.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Warum benutzten Roya und Oma den Teller nicht mehr für Essen?
  2. Was erzählte Oma über den Teller?
  3. Welchen Gegenstand würdest du vorsichtig aufbewahren?

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