← Alle Geschichten

Beobachten & Zeit

Pia und der wandernde Baumschatten

Pia entdeckt, dass der Schatten des alten Baums im Hof seinen Platz verändert.

  • ab 6 Jahren
  • 9 Minuten
  • Lesestufe 2
  • Beobachten & Zeit

Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Pia markiert mit Kreide den Schatten eines Baums im Hof; ein anderes Kind schaut neben der Bank zu.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Pia und der wandernde Baumschatten

Kapitel 1 von 4

Der Schatten auf der Bank

Pia hatte sich im Hof einen gemütlichen Platz zum Malen ausgesucht. Der große Ahorn spendete Schatten, und auf der Bank lag ihr Zeichenblock. Nach dem Frühstück setzte sie sich hin und malte das Muster der Blätter. Als sie später eine Pause machte, schien Sonne auf ihr Papier. Der Schatten lag nun ein Stück neben der Bank. Pia schaute nach oben. Der Baum stand noch genau am selben Ort.

„Vielleicht ist der Schatten weggerutscht“, sagte ihr Freund Malik, der mit einem Ball kam. Pia legte ihren Block beiseite. Sie wollten wissen, wohin der Schatten wanderte. Mit Kreide zogen sie eine kurze Linie dort, wo der Baumstamm seinen Schatten auf den Boden warf. Daneben schrieben sie die Uhrzeit, die Malik von der Küchenuhr wusste.

Kapitel 2 von 4

Nicht der Baum läuft

Nach einer Weile spielten sie Ball. Als sie zur Kreidelinie zurückkamen, lag die dunkle Spitze nicht mehr darauf. Pia malte einen zweiten Strich. Die Linie war kürzer und zeigte in eine andere Richtung. Malik blickte vom Schatten zur Sonne. „Die Sonne ist jetzt woanders“, sagte er. Pia sah, dass auch der Schatten der Bank sich verschoben hatte. Der Ahorn musste sich also nicht bewegen.

Pia wollte sofort zehn weitere Linien zeichnen. Doch Schatten wandern langsam. Sie beschlossen, erst Mittag zu essen. Damit sie die Stellen später wiederfanden, malte Pia neben die erste Linie ein kleines Blatt und neben die zweite einen Ball. Malik schrieb die Zahlen der Uhr dazu. Selbst wenn Regen die Kreide abwusch, wollten sie die Zeichnung im Heft behalten.

Kapitel 3 von 4

Eine Uhr mit Lücken

Am Nachmittag zeigte der Schatten zu einem Blumenbeet. Pia zog eine dritte Linie und bemerkte, dass sie die Mittagsstelle verpasst hatten. „Unsere Schattenuhr hat eine Lücke“, sagte sie. Malik fand das nicht schlimm. Sie hatten genug gesehen, um die Veränderung zu erkennen. Oma, die Blumen goss, erklärte, dass die Sonne für sie über den Himmel wandere und die Schatten dadurch anders fielen.

Pia prüfte, ob man mit ihren drei Strichen eine genaue Uhrzeit ablesen konnte. Das ging nicht. Wolken verdeckten die Sonne, und im Winter sähe alles anders aus. Aber die Markierungen erzählten von diesem einen sonnigen Tag. Pia zeichnete die Bank, den Baum und die drei Linien ab. Malik fügte den Ball hinzu, den sie zwischen den Beobachtungen gespielt hatten.

Kapitel 4 von 4

Ein neuer Malplatz

Am nächsten Morgen trug Pia ihren Zeichenblock wieder in den Hof. Die Sonne stand noch tief, und der Bankplatz war kühl. Sie suchte ihre erste Kreidelinie und verglich sie mit dem Schatten. Er lag ungefähr dort, aber nicht genau gleich. Ein paar Wolken zogen vorbei. Pia wartete, bis die Baumkrone wieder einen klaren Rand auf den Boden malte.

Sie setzte sich diesmal zunächst auf die andere Seite der Bank. So blieb ihr Papier im Schatten. Als Malik kam, zeigte sie ihm die Zeichnung vom Vortag. „Wir haben keine perfekte Uhr gebaut“, sagte sie, „aber wir wissen, warum der Schatten heute wieder woanders liegt.“ Danach malte sie weiter. Im Bild bekam der Ahorn drei Schatten, für drei verschiedene Augenblicke.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Was bewegte sich sichtbar im Hof?
  2. Warum war Pias Schattenuhr nicht genau?
  3. Wo findest du einen Schatten, der im Tageslauf wandert?

Mehr Geschichten entdecken

Alle Geschichten ansehen