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Sprache & Begegnung

Miro und das Wort am Gartentor

Miro hört am Gartentor einen Gruß in einer anderen Sprache. Mit seiner neuen Nachbarin findet er eine einfache gemeinsame Spielidee.

  • ab 5 Jahren
  • 8 Minuten
  • Lesestufe 2
  • Sprache & Begegnung

Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Miro und Samira mit blauer Mütze begrüßen sich am niedrigen Gartentor; zwischen ihnen drehen sich zwei hölzerne Kreisel.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Miro und das Wort am Gartentor

Kapitel 1 von 4

Ein neues Wort

Am Gartentor stand ein Mädchen mit einer blauen Mütze. Es sah zu, wie Miro seinen Holzkreisel drehte. „Salam“, sagte es. Miro kannte das Wort nicht. Er hob die Hand und sagte: „Hallo.“ Das Mädchen lächelte. Miro wollte nachfragen, aber der Kreisel kippte, und er musste ihn auffangen.

Später erzählte Miro seiner Mutter von dem Gruß. Sie wusste, dass Salam in mehreren Sprachen als freundlicher Gruß verwendet wird, kannte aber die Sprache des Mädchens nicht. „Du kannst sie fragen, wie sie es sagt“, meinte sie. Am nächsten Tag nahm Miro zwei Kreisel mit nach draußen. Den zweiten legte er sichtbar auf die Mauer.

Kapitel 2 von 4

Zwei Kreisel

Das Mädchen kam wieder. Miro zeigte erst auf sich. „Ich bin Miro.“ Sie zeigte auf sich. „Samira.“ Miro sagte den Namen langsam nach, bis Samira nickte. Dann fragte er: „Was bedeutet dein Gruß?“ Samira erklärte, dass sie damit Hallo sage. Miro sagte noch einmal „Salam“. Samira sagte „Hallo“. Beide Wörter passten zu einem Lächeln.

Miro zeigte auf den zweiten Kreisel. Samira nahm ihn, wickelte die Schnur aber anders darum, als Miro es kannte. Ihr Kreisel drehte sich lange. Miro wollte ihre Bewegung ausprobieren. Statt alles mit Worten zu erklären, zeigte Samira es langsam vor. Dann ließ sie ihn selbst üben. Sein erster Versuch kippte sofort um.

Kapitel 3 von 4

Das Missverständnis

Beim nächsten Versuch rief Miro: „Stopp!“ Er meinte, Samira solle kurz warten, damit er die Schnur sehen konnte. Samira dachte, er wolle nicht mehr spielen, und legte den Kreisel weg. Miro bemerkte ihr Gesicht. „Ich meinte nur: Zeig es bitte langsam“, sagte er. Samira nickte und fragte: „Noch einmal?“

Diesmal zählten sie gemeinsam die Umdrehungen der Schnur. Miro zeigte mit dem Finger: eins, zwei, drei. Samira führte seine Hand nicht; sie hielt nur den Kreisel so, dass er die Kerbe sehen konnte. Als er ihn losließ, drehte er sich bis zur dritten Pflasterfuge. Nicht so lang wie ihrer, aber länger als vorher.

Kapitel 4 von 4

Am Tor bleibt Platz

Samiras Vater rief sie zum Abendessen. Sie gab Miro seinen Kreisel zurück. „Morgen?“, fragte sie. Miro nickte. „Morgen.“ Dann fielen ihm noch zwei Wörter ein. „Salam, Samira!“ Sie lachte und antwortete: „Hallo, Miro!“ Hinter dem Gartentor war es wieder still, nur ein Kreisel drehte sich noch aus.

Miro erzählte seiner Mutter nicht, dass er nun eine ganze neue Sprache könne. Das wäre nicht wahr gewesen. Er kannte einen Gruß und Samiras Namen. Für den nächsten Tag wollte er sie fragen, wie man sich für einen guten Tipp bedankt. Er legte die beiden Kreisel nebeneinander auf die Fensterbank, damit er keinen vergaß.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Was bedeutete Samiras Gruß?
  2. Wie lösten Miro und Samira das Missverständnis?
  3. Welchen Gruß kennst du in einer anderen Sprache?

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