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Mette und der Hund mit der blauen Leine
Ein wuscheliger Hund
Auf dem Parkweg kam Mette ein kleiner Hund mit lockigem Fell entgegen. Er trug eine blaue Leine und sah weich aus wie ein Kissen. Mette wollte sofort die Hand ausstrecken. Ihr Vater erinnerte sie an ihre Abmachung: erst stehen bleiben und fragen. Mette hielt die Hände bei sich. „Darf ich Ihren Hund streicheln?“, fragte sie die Frau an der Leine.
Die Frau blieb stehen und sah kurz zu dem Hund hinunter. „Heute lieber nicht“, sagte sie freundlich. „Er war beim Tierarzt und möchte Ruhe.“ Mette fühlte sich enttäuscht. Sie hatte doch höflich gefragt. Dann bemerkte sie, dass der Hund hinter der Frau stand und nicht näherkam. Vielleicht war die Antwort wirklich für ihn wichtig.
Ein Gruß aus der Ferne
Mette fragte, ob sie dem Hund wenigstens zuwinken dürfe. Die Frau lächelte. „Natürlich, solange du Abstand hältst.“ Mette winkte mit einer kleinen Bewegung. Der Hund schnupperte am Weg und ging weiter. Er wedelte nicht, aber auch das musste er nicht. Mette sah ihm nach, bis die blaue Leine um die Kurve verschwand.
„Ich dachte, wenn ich frage, darf ich bestimmt“, sagte Mette zu ihrem Vater. „Fragen heißt, dass beide Antworten möglich sind“, erklärte er. Mette kannte das von sich selbst. Wenn jemand sie fragte, ob sie mitspielen wolle, durfte sie ja oder nein sagen. Bei einem Hund half sein Mensch, auf seine Zeichen zu achten.
Ein zweiter Hund
Später trafen sie einen großen braunen Hund. Mette blieb wieder stehen. Diesmal sagte der Begleiter: „Wenn er selbst zu dir kommt, kannst du ihn kurz an der Schulter streicheln.“ Mette wartete. Der Hund schnupperte aus sicherer Nähe, wandte sich dann aber einem Baum zu. Mette ließ die Hand unten. Sie war nicht beleidigt; der Hund hatte sich anders entschieden.
Der Begleiter bedankte sich fürs Warten. Mette fragte nach dem Namen des Hundes. „Bruno“, sagte er. Mette sagte: „Tschüss, Bruno.“ Das war schon eine Begegnung, auch ohne Berührung. Auf dem Rückweg erzählte sie Vater, dass beide Hunde ganz verschieden gewesen waren. Bei keinem konnte sie vorhersagen, was er wollte.
Ein Bild für Bruno
Zu Hause zeichnete Mette zwei Hunde: einen mit blauer Leine, der an ihr vorbeiging, und Bruno vor einem Baum. Sie malte sich selbst in sicherem Abstand dazu. Unter das Bild schrieb Vater auf Mettes Wunsch: Erst fragen. Dann warten. Ein Nein gilt. Mette las die drei kurzen Sätze laut vor.
Am nächsten Tag nahm sie das Bild mit in den Park. Die Hunde traf sie nicht wieder. Stattdessen sah sie eine Katze auf einer Mauer. Auch zu ihr ging Mette nicht einfach hin. Sie blieb beim Vater und beobachtete, wie die Katze sich streckte und davonging. Mette hatte gelernt, dass man Tiere mögen kann, ohne sie anzufassen.
