HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT
Mats und der Spielzeugtausch
Der kleine Tauschtisch
Im Nachbarschaftshaus gab es einen Tauschtag für Spielzeug. Mats legte seinen gelben Holzbagger auf einen Tisch. Er war noch ganz, aber Mats hatte schon lange nicht mehr mit ihm gespielt. Neben dem Bagger hing eine Karte, auf die Mats seinen Namen geschrieben hatte. Am anderen Ende des Tisches lag ein Puzzle mit großen Tierbildern. Mats wollte es gern mit nach Hause nehmen.
Er nahm den Bagger und ging zu dem Puzzle. „Ich tausche das“, sagte er. Eine ältere Frau, die den Tisch betreute, zeigte auf eine zweite Namenskarte. Das Puzzle gehörte Nele. Erst wenn Nele den Tausch wollte, durften beide Dinge den Besitzer wechseln. Mats stellte seinen Bagger wieder ab. Er hatte gedacht, beim Tauschen reiche es, etwas von gleichem Wert hinzulegen.
Ein Angebot ist noch kein Ja
Nele kam mit ihrer Schwester zurück. Mats zeigte auf das Puzzle und erklärte, warum er es mochte: Die Tierbilder sahen aus wie die im Buch seines kleinen Bruders. Nele betrachtete den Bagger. „Der ist schön“, sagte sie, „aber ich möchte mein Puzzle heute noch behalten.“ Mats spürte Enttäuschung. Er wollte fragen, ob sie es sich nicht doch anders überlegen könnte. Dann sah er, wie Nele das Puzzle an sich zog.
„Okay“, sagte er. Mehr musste er nicht sagen. Die Frau am Tisch lobte ihn nicht dafür, dass er kein Spielzeug weggenommen hatte; das gehörte zum Tausch. Sie fragte stattdessen, ob Mats seinen Bagger weiterhin anbieten wolle. Mats überlegte. Ja, aber nicht für alles. Mit einem Stift ergänzte er, dass er gern ein Spiel mit Bildern hätte. So konnten andere Kinder wissen, was er suchte.
Ein anderer Vorschlag
Später kam Yasin vorbei. Er hatte ein Memory mit Pflanzenkarten dabei. Er wollte wissen, ob Mats den Bagger tauschen würde. Mats durfte das Spiel ansehen. Alle Karten waren da, und Yasin zeigte ihm die Rückseiten. Mats mochte die grünen Bilder, aber er wollte auch wissen, ob sein Bruder damit spielen könnte. Die Karten waren klein. „Vielleicht noch nicht“, sagte Yasin ehrlich. Mats schätzte die Antwort.
Sie probierten eine Runde mit wenigen Karten. Mats fand zwei gleiche Blätter, Yasin zwei gleiche Blumen. Der Bagger blieb währenddessen auf dem Tisch. Erst nach dem Spiel entschieden beide. Mats wollte tauschen. Yasin fragte noch einmal, ob er sicher sei. Mats nickte und gab ihm den Bagger selbst in die Hand. Nun gehörte das Memory ihm. Keine Karte und kein Rad fehlte.
Zwei zufriedene Wege
Zu Hause zeigte Mats seinem Bruder die Pflanzenkarten. Für den Kleinen legte er nur vier große Paare aus und blieb dabei, damit keine Karte verloren ging. Sein Bruder fand die gelbe Sonnenblume sofort. Mats musste an das Puzzle denken. Nele hatte es behalten, und das war in Ordnung. Ihr Nein hatte ihm Zeit gegeben, etwas anderes zu entdecken.
Am nächsten Tauschtag wollte Mats vielleicht wieder hingehen. Er wusste jetzt, wie es funktionierte: zeigen, fragen, prüfen, entscheiden. Ein Spielzeug wanderte nicht einfach mit, nur weil jemand anders es gern hätte. Der Holzbagger fuhr nun bei Yasin, die Pflanzenkarten lagen bei Mats. Beide Wege hatten mit einer Frage begonnen und mit einem freien Ja geendet.
