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Natur & Veränderung

Marit und das Fenster aus Eis

Frostblumen verschwinden am Fenster. Marit hält ihr Muster fest, bevor es taut.

  • ab 5 Jahren
  • 9 Minuten
  • Lesestufe 2
  • Natur & Veränderung

Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Marit zeichnet im warmen Zimmer eine Eisblume vom frostigen Fenster ab, während draußen die Wintersonne aufgeht.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Marit und das Fenster aus Eis

Kapitel 1 von 4

Blumen ohne Erde

Am Wintermorgen sah Marit auf der Fensterscheibe zarte weiße Zweige. Sie sahen aus wie Blumen, obwohl draußen kein einziges Beet blühte. Marit drückte die Nase nicht gegen das Glas. Mama hatte gesagt, dass die Scheibe sehr kalt war. Gemeinsam betrachteten sie die Muster vom warmen Zimmer aus. Manche Linien waren gerade, andere verzweigten sich wie kleine Wege.

„Wer hat die gemalt?“, fragte Marit. Mama erzählte, dass Feuchtigkeit an der kalten Scheibe gefroren war. Marit wollte eine der Eisblumen pflücken. Schon beim Hinsehen merkte sie, dass das nicht ging. Sie konnte nur ein Bild davon behalten. Sie holte Papier und einen hellblauen Stift. Doch als sie zum Fenster zurückkehrte, war an einer Stelle bereits ein durchsichtiger Fleck.

Kapitel 2 von 4

Eine Zeichnung in Eile

Die Sonne stieg hinter dem Dach auf. Marit wollte schnell alle Linien abmalen. Ihr Stift rutschte über das Papier. Die Zweige sahen plötzlich wie ein wirres Netz aus. Mama setzte sich neben sie. „Such dir eine Stelle aus“, schlug sie vor. Marit wählte eine Eisblume mit drei langen Armen. Sie verfolgte einen Arm von der Mitte bis zur Spitze und malte ihn langsam nach.

Der zweite Arm zerfiel schon in Tropfen. Marit hielt inne. „Jetzt ist er weg.“ Mama zeigte auf den Tropfen, der am Glas hinunterlief. Das Wasser war nicht weg, nur nicht mehr fest. Marit zeichnete den Tropfen neben ihre Eisblume. So gehörte auch die Veränderung zu ihrem Bild.

Kapitel 3 von 4

Der unsichtbare Weg

Marit stellte ein durchsichtiges Glas Wasser auf den Tisch. Im Zimmer war das Wasser flüssig. Auf dem Balkon war noch eine dünne Schicht Eis in einer Schale, die sie am Vortag draußen gelassen hatten. Mama ließ Marit nur schauen und stellte die Schale dann auf ein Tuch. Nach einer Weile wurde auch dieses Eis zu Wasser. Marit verglich die Schale mit dem Fenster: Beides hatte sich durch Wärme verändert.

Sie wollte wissen, ob morgen genau dieselben Muster zurückkämen. Mama konnte es nicht versprechen. Es müsste wieder kalt genug werden und Feuchtigkeit an der Scheibe sein. Marit schrieb das Datum auf ihre Zeichnung. Wenn neue Frostblumen entstünden, könnte sie beide Bilder vergleichen.

Kapitel 4 von 4

Ein Platz für Tropfen

Bis zum Mittag war das Fenster klar. Marit konnte nun den Garten sehen, den die Eiszweige vorher verdeckt hatten. Eine Amsel hüpfte über den Schnee. Marit legte ihre Zeichnung neben die Scheibe. Auf dem Papier blieb die Eisblume stehen, während draußen die Amsel weiterlief. Sie zeichnete den Vogel auf ein zweites Blatt.

Am Abend zeigte sie Oma beide Bilder. „Morgens konnte ich den Garten nicht sehen“, erklärte sie, „und jetzt kann ich die Eisblume nur noch auf meinem Papier sehen.“ Oma fragte, welches Bild Marit lieber mochte. Marit wollte sich nicht entscheiden. Sie legte beide nebeneinander. Das eine erzählte vom kalten Morgen, das andere vom sonnigen Mittag.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Was waren die weißen Muster am Fenster?
  2. Was geschah, als die Sonne wärmer wurde?
  3. Was würdest du zeichnen, bevor es sich verändert?

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