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Natur & Beobachten

Mari und die Farbe des Windes

Mari möchte den Wind malen. Als sie genauer hinsieht, entdeckt sie seine Bewegung in Gräsern, Wolken und Bändern.

  • ab 5 Jahren
  • 9 Minuten
  • Lesestufe 2
  • Natur & Beobachten

Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Mari im blauen Pullover beobachtet auf einer Wiese flatternde gelbe und blaue Stoffbänder und zeichnet die Bewegung des Windes.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Mari und die Farbe des Windes

Kapitel 1 von 4

Ein Bild von etwas Unsichtbarem

Mari saß mit einem Zeichenblock auf der Wiese. Ihr Onkel hatte gefragt, was sie malen wollte. „Den Wind“, sagte Mari. Doch auf dem Blatt blieb alles weiß. Ein Baum ließ sich zeichnen, auch ein Haus und der Hügel hinter dem Haus. Vom Wind sah Mari keine einzige Linie. Sie hielt den Stift in die Luft, als könne er etwas einfangen.

Der Onkel setzte sich neben sie. „Woher weißt du denn, dass der Wind da ist?“ Mari zeigte auf ihre Haare. Sie flogen ihr ins Gesicht. Dann zeigte sie auf die Halme, die sich in eine Richtung neigten. „Ich sehe, was er macht“, sagte sie. Der Onkel nickte. Mari zeichnete drei gebogene Halme. Das sah schon eher nach Wind aus, aber noch sehr still.

Kapitel 2 von 4

Die Bänder am Zaun

Am Rand der Wiese hingen alte Stoffbänder an einem niedrigen Holzgestell. Eins bewegte sich kaum. Ein anderes schlug wild hin und her. Mari lief hinüber und legte den Zeichenblock auf eine Bank. „Warum tanzen die verschieden?“, fragte sie. Der Onkel fasste nichts an, sondern bat sie, selbst zu schauen. Das schwere blaue Band war kurz. Das dünne gelbe Band war lang.

Mari zeichnete beide. Für das gelbe Band machte sie viele leichte Striche. Für das blaue setzte sie einen kurzen kräftigen Strich. Über ihnen schob der Wind eine Wolke vor die Sonne. Plötzlich änderte sich das Licht auf ihrem Papier. Mari blinzelte. Sogar die Farbe der Wiese sah jetzt anders aus. Sie malte einen hellen und einen dunklen Fleck nebeneinander.

Kapitel 3 von 4

Ein Bild, das sich bewegt

Mari fand ihre Zeichnung schön, aber sie wollte, dass etwas daran flatterte. Zu Hause suchte sie Papierstreifen, Faden und einen Stock. Der Onkel half beim Knoten. Gemeinsam banden sie drei Streifen unter den Stock. Mari malte Halme und Wolken auf ein festes Blatt und befestigte es darüber. Sie hängten das Bild am Balkon auf, wo es niemanden störte.

Zuerst geschah nichts. Der Wind hatte Pause gemacht. Mari wollte gerade enttäuscht sein, da hob sich der erste Papierstreifen. Kurz darauf bewegten sich alle drei. Das Bild raschelte leise. Ein Streifen drehte sich einmal ganz herum. „Jetzt kann ich den Wind doch sehen“, sagte Mari. „Vielleicht auch ein bisschen hören“, ergänzte ihr Onkel. Sie blieben stehen und hörten zu.

Kapitel 4 von 4

Viele Arten von Wind

Am nächsten Morgen hing das Bild still. Mari zeigte es ihrer Freundin Nela. „Ist es kaputt?“, fragte Nela. „Nein“, sagte Mari. „Heute ruht sich der Wind aus.“ Sie öffnete das Fenster einen Spalt, aber auch drinnen bewegte sich kaum etwas. Also betrachteten sie die gemalten Halme und erinnerten sich an den Tag davor.

Später kam ein leichter Luftzug. Nur der dünnste Streifen tanzte. Mari nahm einen Stift und zeichnete neben das große Windbild eine kleine neue Linie. „Gestern war er wild“, sagte sie. „Heute ist er leise.“ Nela wollte einen eigenen Streifen hinzufügen. Sie band ihn fest und beobachtete, wann er sich bewegte. Mari merkte: Ihr Bild war noch gar nicht fertig. Es konnte mit jedem Wind ein wenig wachsen.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Woran erkannte Mari den Wind?
  2. Warum bewegten sich die Bänder unterschiedlich?
  3. Wie würdest du etwas Unsichtbares zeigen?

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