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Sorgfalt & Verantwortung

Liv und die lose Buchseite

In einem geliehenen Bilderbuch entdeckt Liv eine lose Seite. Statt sie selbst festzukleben, bringt sie das Buch in die Bibliothek und schaut bei der Reparatur zu.

  • ab 6 Jahren
  • 9 Minuten
  • Lesestufe 2
  • Sorgfalt & Verantwortung

Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Liv beobachtet in der Bibliothek, wie Frau Berger eine unzerrissene, am Innenrand gelöste Bilderbuchseite befestigt.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Liv und die lose Buchseite

Kapitel 1 von 4

Das Kaninchen auf zwei Seiten

Liv las auf dem Sofa ein Bilderbuch über ein Kaninchen, das seinen Garten suchte. Auf der nächsten Seite sollte eine große grüne Wiese zu sehen sein. Als Liv umblätterte, hob sich das Papier am inneren Rand. Die Seite war lose und rutschte fast aus dem Buch. Liv hielt sie vorsichtig fest. Sie wusste nicht, ob der Riss schon beim Ausleihen da gewesen war. Vielleicht hatte sie die Seite zu schnell gewendet. Das machte sie unruhig.

Opa sah ihr Gesicht und setzte sich dazu. Liv zeigte ihm die Stelle. „Wir können es der Bücherei sagen“, meinte er. Liv wollte am liebsten schnell Klebstoff holen und die Seite selbst festmachen. Opa erklärte, dass manche Kleber Papier wellig machen und Bücher dadurch schwerer zu reparieren seien. Liv legte die lose Seite an ihren Platz zurück und schloss das Buch behutsam. Für heute las sie nicht weiter. Am Nachmittag wollten sie es gemeinsam zur Bibliothek bringen.

Kapitel 2 von 4

Ein ehrlicher Satz

Auf dem Weg zur Bibliothek trug Liv das Buch in einer Mappe, damit die lose Seite nicht herausfiel. An der Rückgabe nahm sie es nicht einfach aus der Mappe und schob es in den Schlitz. Sie ging zum Tresen. „Diese Seite ist lose“, sagte sie zu Frau Berger. „Ich weiß nicht, wann es passiert ist.“ Frau Berger bedankte sich für die genaue Nachricht. Sie blätterte vorsichtig bis zum Kaninchen und sah sich die Bindung an. Die Seite war nicht zerrissen, sondern hatte sich am Rand gelöst.

Liv fragte, ob sie Ärger bekomme. Frau Berger schüttelte den Kopf. Bücher würden oft benutzt und müssten manchmal gepflegt werden. Wichtig sei, Schäden zu zeigen, damit niemand die Seite verliere. Sie legte einen kleinen Zettel in das Buch: Seite prüfen, bevor es wieder ausgeliehen wird. Liv durfte den Zettel schreiben. Sie malte auch ein kleines Kaninchen darauf, aber nicht in das Buch. Das Buch selbst blieb frei von neuen Strichen.

Kapitel 3 von 4

Die Buchwerkstatt

Frau Berger fragte, ob Liv und Opa einen Moment zusehen möchten. In einer ruhigen Ecke der Bibliothek lagen ein weiches Tuch und Material für Buchreparaturen. Frau Berger zeigte zuerst, wie die Seite genau an die anderen passte. Dann befestigte sie sie mit geeignetem schmalem Buchreparaturband am inneren Rand. Liv reichte ihr das Tuch und hielt die Mappe bereit. Sie berührte die Klebestelle nicht. Frau Berger strich sie vorsichtig glatt und ließ das Buch anschließend geschlossen liegen, damit alles gut hielt.

Während sie warteten, suchte Liv ein anderes Kaninchenbuch aus. Opa sagte, sie könne das erste später wieder ausleihen, sobald Frau Berger es freigebe. Liv war ein wenig enttäuscht, aber auch froh. Die Geschichte würde nicht verschwinden. Frau Berger zeigte auf ein Regal, in dem weitere Bücher zur Pflege warteten. Manche hatten lose Umschläge, andere eingerissene Ecken. Nicht jedes wurde gleich repariert. Zuerst schaute sie immer, was genau nötig war.

Kapitel 4 von 4

Wieder im Regal

Eine Woche später stand das Kaninchenbuch wieder im Regal. Liv schlug es an einem Lesetisch auf, genau bei der Wiese. Die Seite hielt. Man konnte das schmale Band sehen, wenn man genau hinsah. Liv fand das in Ordnung. Es erzählte, dass sich jemand um das Buch gekümmert hatte. Sie las bis zum Ende. Das Kaninchen fand seinen Garten hinter einer Hecke und pflanzte dort kleine Blumen.

Beim Ausleihen fragte Liv Frau Berger, ob sie das Buch erneut mitnehmen dürfe. „Natürlich, es ist wieder bereit“, antwortete sie. Liv nahm es in ihre Mappe. Auf dem Heimweg blätterte sie nicht im Gehen, sondern wartete, bis sie zu Hause am Tisch saß. Dann zeigte sie Opa die reparierte Seite. „Jetzt weiß ich, was ich beim nächsten losen Blatt mache“, sagte sie. Opa fragte nach. „Ich zeige es der Bücherei und sage, was ich gesehen habe.“ Danach las Liv die Geschichte noch einmal, diesmal ganz bis zur letzten Seite.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Warum klebte Liv die Seite nicht selbst fest?
  2. Wie half sie der Bibliothekarin?
  3. Was kannst du tun, wenn ein geliehenes Buch beschädigt ist?

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