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Lina und die zwölf Kirschen

Lina möchte zwölf Kirschen gerecht verteilen. Dabei merkt sie, dass gerecht auch heißt, die Wünsche der anderen zu hören.

  • ab 5 Jahren
  • 8 Minuten
  • Lesestufe 2
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Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Lina und zwei Kinder zählen und teilen Kirschen in kleinen Gruppen auf dem Gartentisch.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Lina und die zwölf Kirschen

Kapitel 1 von 4

Die Schale auf dem Tisch

Linas Tante brachte zwölf Kirschen aus dem Garten. Lina, Toni und Mira saßen am Tisch und zählten sie. Lina legte für jedes Kind vier Kirschen hin. „So ist es gerecht“, sagte sie. Toni nickte. Mira schaute auf ihre Portion und sagte: „Ich möchte heute nur zwei.“ Lina war überrascht. Sie hatte genau gezählt; trotzdem passte ihre Lösung nicht für alle.

Mira erklärte, dass sie schon einen Pfirsich gegessen hatte. Lina schob zwei Kirschen zurück in die Schale. Toni wollte sofort eine davon haben. Lina hielt die Schale fest. „Wir fragen erst, was mit dem Rest passieren soll.“ Tante stellte ein kleines Schälchen für die Kerne auf den Tisch und hörte zu.

Kapitel 2 von 4

Vier, vier, zwei

Sie zählten noch einmal: Lina vier, Toni vier, Mira zwei. Zwei Kirschen waren übrig. Toni schlug vor, sie für später aufzuheben. Mira hatte eine andere Idee: Tante sollte sie bekommen, weil sie die Früchte gepflückt hatte. Tante sagte, sie würde sich freuen, brauchte aber keine Belohnung. Sie durften selbst entscheiden.

Lina überlegte. „Eine für Tante, eine für später?“ Toni fand das gut. Mira auch. Sie legten die letzte Kirsche in eine kleine Dose für den Kühlschrank. Lina merkte, dass Teilen kein Rechenblatt war, das immer nur eine Antwort hatte. Man musste auch zuhören.

Kapitel 3 von 4

Die rote Überraschung

Beim Essen entdeckte Toni, dass seine vierte Kirsche besonders klein war. Er wollte mit Lina tauschen. Lina sah ihre Portion an; eine Kirsche war groß und dunkelrot. Sie gab sie ihm nicht sofort, sondern fragte: „Ist dir die Größe wichtig?“ Toni nickte. Er hatte die kleine Kirsche kaum bemerkt, bis er sie neben die anderen legte.

Tante holte ein Brett. Sie zeigten sich die Kirschen, ohne sie zu wiegen. Lina bot Toni ihre größte an und nahm seine kleine. „Mir ist die kleine recht“, sagte sie. Toni bedankte sich. Mira aß ihre zwei langsam und erzählte, dass sie die erste süßer fand als die zweite. Alle Kirschen schmeckten etwas anders.

Kapitel 4 von 4

Ein guter Rest

Tante bekam ihre Kirsche und nahm den Stiel als kleinen Haken zwischen zwei Finger. Lina lachte. Die letzte Kirsche blieb in der Dose. Am Abend fragte Lina, ob sie sie essen dürfe. Tante erinnerte sie an die gemeinsame Entscheidung: Sie war für später aufgehoben. Jetzt war später. Lina fragte Toni und Mira, die noch im Garten spielten, ob jemand sie wollte.

Toni schüttelte den Kopf. Mira auch. Lina aß die Kirsche und legte den Kern ins Schälchen. Sie zählte nicht mehr nach, wer insgesamt die meisten gehabt hatte. Jeder hatte gesagt, was er wollte, und alle hatten eine Lösung mitgetragen. Für Lina fühlte sich das gerecht an.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Wie viele Kirschen bekam Mira zuerst?
  2. Was geschah mit den zwei übrigen Kirschen?
  3. Wann ist gleich viel nicht dasselbe wie passend für alle?

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