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Natur & Achtsamkeit

Leni und die Fische im Bach

Leni möchte Fische sehen und lernt, warum stilles Beobachten besser ist als Füttern.

  • ab 6 Jahren
  • 9 Minuten
  • Lesestufe 2
  • Natur & Achtsamkeit

Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Leni und ein erwachsener Begleiter betrachten vom sicheren Ufer aus kleine Fische im klaren Bach; Brot bleibt im Picknickkorb.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Leni und die Fische im Bach

Kapitel 1 von 4

Etwas Silbernes

Leni saß mit Papa am Bach. Im Picknickkorb lag Brot, auf dem Wasser tanzten helle Punkte. Plötzlich blitzte zwischen zwei Steinen etwas Silbernes auf. „Ein Fisch!“, rief Leni. Als sie näher ans Ufer trat, war er verschwunden. Papa blieb neben ihr stehen und zeigte auf einen flachen Platz, von dem sie gut schauen konnten. Sie setzten sich dort ins Gras und warteten.

Nach einer Weile kamen drei kleine Fische aus dem Schatten. Leni wollte ein Stück Brot hineinwerfen, damit sie näher schwammen. Papa hielt sie zurück. Er wusste nicht, ob dieses Brot den Tieren guttun würde, und im Bach sollten keine Essensreste liegen. Leni steckte das Brot wieder in die Dose. „Wie sehen wir sie dann besser?“, fragte sie.

Kapitel 2 von 4

Ein ruhiger Platz

Papa schlug vor, ihre Bewegungen klein zu machen. Leni legte die Hände auf die Knie. Ein Fisch schwamm gegen die Strömung, ohne weit voranzukommen. Dann schoss er unter einen Stein. Ein zweiter blieb im ruhigen Wasser dahinter. Leni bemerkte, dass der Bach verschiedene Stellen hatte: schnelle Wirbel, stille Mulden und dunkle Verstecke.

Sie holte ihr kleines Skizzenheft hervor. Auf einer Seite zeichnete sie den Bach von oben. Den flachen Stein malte sie als Kreis, die Strömung als gebogene Linien. Papa zeigte nur auf Dinge, die sie wirklich sehen konnten. Welche Art Fisch es war, wussten beide nicht. Leni schrieb deshalb „kleiner silberner Fisch“ unter ihre Zeichnung. Das war genauer als ein geratenes Wort.

Kapitel 3 von 4

Die verschwundene Gruppe

Ein Hund kam mit seiner Besitzerin am Weg vorbei. Er blieb an der Leine, doch seine Schritte ließen Kies knirschen. Die Fische zogen sich sofort zwischen die Steine zurück. Leni war enttäuscht. Sie hielt ihr Heft hoch, als wollte sie die Tiere damit zurücklocken. Papa fragte, was die Fische vielleicht brauchten. „Ruhe“, sagte Leni. Sie warteten wieder und sahen, wie sich zuerst ein Schatten, dann ein silberner Körper zeigte.

Dieses Mal zählte Leni nicht sofort. Sie beobachtete, wie der Fisch seine Richtung änderte. Ein Blatt trieb an ihm vorbei und blieb am Ufer hängen. Leni nahm es später mit einem Stock aus dem seichten Rand, ohne ins Wasser zu steigen. Dann sah sie, dass es nur ein Blatt war, kein Müll. Sie legte es ins Gras, wo es trocknen konnte.

Kapitel 4 von 4

Das Picknick bleibt an Land

Als sie Hunger bekamen, rückten Leni und Papa ein Stück vom Wasser weg. Sie aßen ihr Brot auf einer Bank und sammelten die Krümel wieder ein. Leni zeigte Papa ihre Skizze. Der erste Fisch hatte einen dunklen Fleck am Schwanz, der zweite nicht. Vielleicht waren es also zwei verschiedene Tiere gewesen. Mehr wusste sie noch nicht.

Vor dem Gehen sah Leni noch einmal vom sicheren Platz aus in den Bach. Sie entdeckte keinen Fisch. Trotzdem wusste sie jetzt, wo sie suchen musste: an den ruhigen Stellen hinter den Steinen. „Nächstes Mal bringe ich das Heft wieder mit“, sagte sie. „Und das Brot essen wir selbst.“ Papa schloss den Picknickkorb. Unter ihnen floss der Bach weiter.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Warum warf Leni kein Brot ins Wasser?
  2. Wo versteckten sich die Fische?
  3. Wie kannst du Tiere beobachten, ohne sie zu stören?

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