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Gefühle & Selbstfürsorge

Lara und die leise Ecke

Auf dem vollen Wochenmarkt wird Lara alles zu laut. Sie findet mit Oma einen ruhigen Platz und entscheidet selbst, wann sie zurückkehrt.

  • ab 5 Jahren
  • 8 Minuten
  • Lesestufe 2
  • Gefühle & Selbstfürsorge

Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Lara und ihre Oma sitzen an einem ruhigen grünen Marktstand im warmen Morgenlicht; bunte Marktstände sind in der Ferne.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Lara und die leise Ecke

Kapitel 1 von 4

So viele Stimmen

Lara liebte den Wochenmarkt, wenn Oma ihr am ersten Stand eine kleine Birne aussuchen ließ. Heute war der Platz voller Menschen. Kisten rumpelten über Pflastersteine, jemand rief den Preis für Tomaten, und von der Bäckerei her klapperten Bleche. Lara hielt Omas Hand fest. Sie hatte sich auf die Birne gefreut, doch plötzlich wusste sie nicht mehr, wohin sie schauen sollte.

Vor dem Obststand fragte Oma, welche Sorte Lara möchte. Lara hörte die Frage kaum. Das Rufen und Klappern lag wie eine dicke Decke darüber. Sie zuckte mit den Schultern. Oma beugte sich zu ihr hinunter. „Ist es dir gerade zu viel?“ Lara nickte. „Alles kommt gleichzeitig“, sagte sie. Oma ließ die Einkaufsliste in ihrer Tasche und suchte mit Lara einen Platz am Rand des Marktes.

Kapitel 2 von 4

Ein Platz unter Blättern

Hinter dem Blumenstand stand eine Bank unter einem großen Baum. Von dort waren die Marktstände noch zu sehen, aber die Geräusche kamen leiser an. Lara setzte sich und zählte die Blätter über ihrem Kopf. Eins war hellgrün, eines hatte schon einen gelben Rand. Oma setzte sich neben sie und fragte nicht gleich wieder nach den Birnen.

Eine Verkäuferin stellte einen Eimer mit Sonnenblumen in die Nähe. „Ihr könnt hier gern sitzen“, sagte sie. Lara nahm einen Schluck Wasser aus ihrer Flasche. Sie hörte ein Fahrrad vorbeifahren und danach ein kurzes Stück Stille. „Ich dachte, wir müssen alles einkaufen“, sagte sie. „Die Liste kann warten“, antwortete Oma. „Wir schauen erst, was du brauchst.“

Kapitel 3 von 4

Laras Zeichen

Nach einer Weile zeigte Lara auf den Obststand. Die Menschenmenge war noch da. Sie wollte trotzdem eine Birne holen, aber nur, wenn Oma dicht bei ihr blieb. Gemeinsam vereinbarten sie ein Zeichen: Wenn Lara zweimal sanft an Omas Hand drückte, würden sie wieder zur Bank gehen. Oma probierte das Zeichen mit ihr aus, damit Lara wusste, dass es funktionierte.

Am Stand nahm Lara sich Zeit. Die Verkäuferin wartete, während sie zwei Birnen verglich. Eine war grün und fest, die andere gelb und weich. Lara wählte die gelbe. Gerade als sie bezahlen wollten, rumpelte eine Kiste. Lara drückte zweimal. Oma legte die Birne in den Korb, bezahlte und ging mit ihr ohne Eile zurück.

Kapitel 4 von 4

Ein kleiner Einkauf

Auf der Bank biss Lara in ihre Birne. Sie schmeckte süß und ein bisschen nach Sommer. Oma strich drei Dinge auf der Liste ab: Birne, Brot und Blumen. Das Brot hatten sie noch nicht gekauft. „Müssen wir zurück?“, fragte Lara. „Heute nicht“, sagte Oma. „Zu Hause haben wir noch welches.“

Lara sah den bunten Platz von ihrem ruhigen Schatten aus an. Vielleicht wollte sie nächste Woche wiederkommen, vielleicht zuerst an einem stilleren Morgen. Beides durfte sie entscheiden. Sie drückte Omas Hand einmal, nur so. Oma drückte zurück. Dann gingen sie durch die Seitenstraße nach Hause, mit einer Birne und genug Platz im Kopf.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Woran merkte Lara, dass ihr der Markt zu laut wurde?
  2. Welches Zeichen verabredete sie mit Oma?
  3. Wo kannst du eine Pause machen, wenn es dir zu viel wird?

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