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Helfen & Handwerk

Jule und der rollende Bücherwagen

In der Bibliothek bleibt ein Bücherwagen stehen. Jule hilft beim Sortieren und schaut zu, wie die Bibliothekarin ein lockeres Rad befestigt.

  • ab 6 Jahren
  • 9 Minuten
  • Lesestufe 2
  • Helfen & Handwerk

Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Jule leuchtet in der Bücherei auf das Rad des leeren Bücherwagens, während Frau Mertens die lockere Schraube festzieht; die Bücher liegen sortiert auf einem Tisch.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Jule und der rollende Bücherwagen

Kapitel 1 von 4

Ein Wagen hält an

Jule kam jeden Mittwoch nach der Schule in die Bücherei. Heute standen auf dem Rückgabewagen besonders viele Bilderbücher. Frau Mertens wollte sie zu den Regalen fahren, doch der Wagen ruckelte und blieb mitten im Gang stehen. Eines seiner Räder stand schief. Jule stellte ihre Tasche an die Garderobe und fragte, ob sie helfen könne. „Gern“, sagte Frau Mertens, „aber wir schieben ihn jetzt nicht weiter.“ Sie sicherte den Wagen, damit er nicht plötzlich losrollte.

Jule durfte die Bücher vom oberen Brett nehmen und auf einem freien Tisch nach den kleinen farbigen Aufklebern ordnen. Rot gehörte zu den Tiergeschichten, blau zu den Abenteuern. Sie fand ein Buch mit einem Leuchtturm und eines über winzige Käfer. Das Käferbuch hatte keinen Aufkleber. Jule legte es zur Seite, statt einen zu raten. Frau Mertens würde später nachsehen. Währenddessen untersuchte die Bibliothekarin das Rad.

Kapitel 2 von 4

Der kleine Abstand

Frau Mertens zeigte Jule einen schmalen Abstand zwischen Rad und Halterung. Die Schraube hatte sich gelockert. Sie holte aus dem Büro einen passenden Schlüssel. Jule reichte ihn ihr und leuchtete mit einer kleinen Lampe auf die Stelle. Es war gar nicht leicht, die Hand ruhig zu halten, ohne Frau Mertens zu blenden. „Ein Stück weiter nach links“, bat die Bibliothekarin. Jule korrigierte die Lampe und sah, wie die Schraube wieder fest wurde.

Bevor sie den Wagen beluden, prüften sie das Rad gemeinsam. Frau Mertens schob den leeren Wagen langsam über eine kurze Strecke. Er rollte gerade, ohne zu wackeln. Jule wollte sofort alle Bücher zurücklegen. Frau Mertens bat sie, erst die schwere Reihe nach unten zu stellen. So stand der Wagen stabiler. Jule sortierte die Bücher neu und merkte, dass helfen manchmal aus vielen kleinen Schritten bestand, die man nicht überspringen sollte.

Kapitel 3 von 4

Eine Karte am Regal

Als der Wagen wieder rollte, schob Frau Mertens ihn bis zum ersten Regal. Jule trug die Bücher nicht durcheinander, sondern reichte die roten Aufkleber nacheinander an. Ein Junge suchte gerade ein Buch über Füchse. Jule hatte eines auf dem Tisch gesehen und fragte Frau Mertens, ob sie es ihm zeigen dürfe. „Natürlich.“ Der Junge nahm es dankbar. Danach zeigte er auf ein Regal, in dem ein Buch falsch herum steckte. Jule drehte es um. Schon konnte man den Titel lesen.

Das Käferbuch ohne Aufkleber fand seinen Platz auch noch. Im Katalog stand, dass es bei den Sachbüchern über Tiere hingehörte. Frau Mertens klebte einen neuen Punkt darauf. Jule schrieb auf eine kleine Karte: Bücherwagen geprüft, Rad fest, Bücher sortiert. Die Karte legten sie in die Werkstattmappe, damit die Kolleginnen wussten, was passiert war. Jule war ein bisschen stolz, obwohl sie die Schraube nicht selbst gedreht hatte.

Kapitel 4 von 4

Wieder freie Wege

Am Ende des Nachmittags war der Gang frei. Der Wagen stand ordentlich an seinem Platz, und die Bücher warteten nicht mehr auf dem Rückgabetisch. Frau Mertens bedankte sich bei Jule. „Allein hätte ich viel länger gebraucht“, sagte sie. Jule freute sich. Dann fragte sie, ob sie das Buch mit dem Leuchtturm ausleihen dürfe. Es lag noch auf dem unteren Brett.

Auf dem Heimweg erzählte Jule Mama vom schiefen Rad, den Aufklebern und dem Käferbuch. „Hast du den Wagen repariert?“, fragte Mama. „Zusammen“, sagte Jule. „Frau Mertens hat geschraubt. Ich habe die Bücher und das Licht gehalten.“ Sie mochte diese genaue Antwort. In der Bücherei konnte man viele Dinge allein entdecken. Heute hatte sie gelernt, wie gut ein Wagen wieder rollte, wenn jeder die passende Aufgabe übernahm.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Warum blieb der Bücherwagen stehen?
  2. Was durfte Jule selbst übernehmen?
  3. Woran erkennt man, dass Hilfe wirklich gebraucht wird?

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