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Frieda und das leise Museum
Der Knopf ohne Ton
Frieda besuchte mit Opa ein kleines Museum. Dort konnte man alte Dinge nicht nur ansehen, sondern auch anhören. Ein Knopf ließ eine Glocke erklingen, ein anderer das Rattern einer Mühle. Frieda freute sich besonders auf die große Klangstation am Ende des Gangs. Auf dem Schild stand: Geräusche von früher. Doch als sie den grünen Knopf drückte, blieb es still.
Sie drückte noch einmal, erst vorsichtig, dann fester. Nichts. Opa wollte schon zum nächsten Raum gehen. Frieda sah auf die Bilder neben dem Knopf: ein Waschbrett, eine Holzklapper und ein alter Koffer. Wenn der Lautsprecher keinen Ton spielte, würde sie nie erfahren, wie diese Dinge klangen. Eine Museumsmitarbeiterin bemerkte ihre enttäuschte Miene. Sie versprach nachzusehen, ob die Station wieder funktionierte.
Ein Geräusch hinter der Tür
Während die Mitarbeiterin den Lautsprecher prüfte, hörte Frieda ein leises Scharren. Es kam nicht aus der Station, sondern hinter einer offenen Tür. Dort lag ein Korb mit Dingen, die Besucher ausprobieren durften. Frieda nahm eine Holzklapper heraus. Als sie sie bewegte, schlugen zwei Bretter gegeneinander: klack, klack. Opa lachte. Als Kind hatte er so ein Geräusch beim Erntefest gehört.
Im Korb lagen außerdem Stoffreste und ein kleines Waschbrett. Frieda strich mit den Fingern über die Rillen. Das klang viel feiner als die Klapper. Opa schloss die Augen und riet, welches Ding sie gerade berührte. Einmal lag er falsch. Die Stoffreste raschelten nämlich fast wie trockenes Laub. Frieda bat ihn, die Augen zu öffnen und selbst etwas zu versuchen.
Das Museum hört zu
Opa zog den alten Koffer ein Stück über den Holzboden. Seine Rollen rumpelten bei jeder Fuge. Frieda merkte sich das Geräusch und suchte auf dem Bild an der Wand den passenden Gegenstand. Nun spielten sie andersherum: Einer machte ein Geräusch, der andere zeigte auf das Bild. Auch ein Junge, der mit seiner Mutter vorbeikam, machte mit. Er fand heraus, dass die Klapper ganz leise sein konnte, wenn man sie nur ein kleines Stück bewegte.
Die Mitarbeiterin kam zurück. Der Lautsprecher brauchte ein neues Teil und würde heute stumm bleiben. Frieda erzählte ihr von ihrem Geräuschespiel. Die Frau holte Papier und schrieb kurze Regeln auf: anschauen, anfassen, lauschen, zuordnen. Dann legte sie den Zettel neben den Korb. So konnten auch die nächsten Besucher herausfinden, was hier zu hören war.
Ein Klang für zu Hause
Auf dem Heimweg hatte Frieda keinen Museumslautsprecher im Kopf, sondern das Klackern der Bretter und das leise Streichen über das Waschbrett. An der Haustür klirrten Opas Schlüssel. Im Flur knarrte eine Diele. „Unser Haus hat auch ein Museum voller Geräusche“, sagte sie. Opa blieb stehen und hörte mit.
Später malte Frieda drei kleine Bilder in ihr Heft: Klapper, Koffer, Waschbrett. Unter jedes schrieb sie, wie es geklungen hatte. Beim Koffer stand rumpel, beim Waschbrett ritsch. Für die Klapper malte sie zwei unterschiedlich große Wörter: KLACK und klack. Denn Frieda hatte entdeckt, dass dasselbe Ding auf mehr als eine Weise klingen konnte.
