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Efe und der verschobene Donnerstag
Der Stern am Donnerstag
Efe hatte am Donnerstag einen roten Stern in den Kalender gemalt. An diesem Tag wollte Tante Leyla mit ihm in die Werkstatt gehen und ein kleines Holzboot schleifen. Schon am Montag sah Efe jeden Morgen nach dem Stern. Er suchte Holzspäne aus seinem Bastelkasten und legte sie in eine Dose, obwohl Tante längst genug Material hatte. Für Efe war der Donnerstag fast zum Greifen nah.
Am Mittwoch rief Tante an. Ihr Zug für Donnerstag war ausgefallen, und sie konnte erst am Samstag kommen. Efe hörte Mutter am Telefon zu. Als sie auflegte, sagte er: „Dann ist mein Stern falsch.“ Er wollte den Kalender zuklappen. Mutter setzte sich neben ihn und ließ ihn zuerst erzählen, wie enttäuscht er war.
Ein Stern, der wandert
„Ich habe mich schon die ganze Woche gefreut“, sagte Efe. Mutter nickte. „Das war echt, auch wenn sich der Tag ändert.“ Sie schlug vor, den Stern nicht auszuradieren. Efe zeichnete einen kleinen Pfeil von Donnerstag zu Samstag. Unter den ersten Stern malte er einen traurigen Mund. Unter Samstag kam ein neuer roter Stern. Beide Bilder durften nebeneinander stehen.
Efe fragte, ob Tante Leyla wirklich kommen werde. Mutter konnte es nicht versprechen. „Sie plant es. Wenn sich wieder etwas ändert, sagt sie uns Bescheid.“ Efe mochte die ehrliche Antwort nicht sofort. Aber sie fühlte sich besser an als so zu tun, als wäre Samstag schon sicher. Er legte die Holzspäne zurück in die Dose.
Ein Donnerstag für sich
Am Donnerstag ging Efe mit Mutter in den Hof. Sie sahen sich einen Baum an, dessen Blätter sich gelb färbten. Efe wollte nicht behaupten, dass das genauso gut wie die Werkstatt war. Es war ein anderer Tag. Mutter ließ ihn ein Foto vom Baum machen, das er Tante später zeigen konnte. Zu Hause schickten sie ihr eine kurze Sprachnachricht: Wir freuen uns auf dich.
Tante antwortete abends. Sie erzählte, dass sie das Holzboot noch nicht angefangen hatte, weil sie mit Efe zusammen den ersten Schliff machen wollte. Das gefiel ihm. Er schob die Dose mit den Spänen auf das Regal, wo sie bis Samstag stehen konnte. Dann setzte er einen kleinen Kreis um den Tag, den sie gerade erlebt hatten.
Samstag an der Werkbank
Am Samstag klingelte Tante Leyla tatsächlich. Efe zeigte ihr den Kalender, bevor sie losgingen. „Hier ist der alte Stern und da der neue“, erklärte er. Tante sah den Pfeil und sagte: „Danke, dass du auf mich gewartet hast.“ Efe antwortete: „Ich war auch sauer.“ Tante nickte. Beides durfte wahr sein.
In der Werkstatt bekam Efe eine Schutzbrille und durfte mit Tante das Holz vorsichtig glätten. Sie machten kein fertiges Boot an diesem Vormittag. Dafür fühlte Efe die raue und die glatte Seite mit den Fingern. Abends klebte er ein kleines Bild vom Holz neben den Samstagsstern. Den Donnerstagsstern ließ er stehen. Er gehörte zur Geschichte dieses Besuchs dazu.
