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Tüfteln & Geduld

Bo und die kleine Windmühle

Bos Gartenwindmühle bleibt stehen. Mit genauer Beobachtung findet er den klemmenden Flügel.

  • ab 5 Jahren
  • 9 Minuten
  • Lesestufe 2
  • Tüfteln & Geduld

Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Bo löst vorsichtig eine grüne Kresseranke von der Achse einer vierfarbigen Windmühle; Tante Jule hält die Mühle auf dem Blumenbalkon fest.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Bo und die kleine Windmühle

Kapitel 1 von 4

Wind ohne Drehung

Auf dem Balkon seiner Tante steckte eine kleine Windmühle zwischen den Blumen. Ihre vier Flügel waren blau, gelb, grün und rot. Wenn der Wind kam, drehte sie sich sonst so schnell, dass die Farben zu einem Kreis verschwammen. Heute bewegten sich nur die Blätter der Kapuzinerkresse. Die Windmühle stand still. Bo pustete kräftig. Ein Flügel zuckte, aber mehr geschah nicht.

„Vielleicht ist der Wind kaputt“, sagte Bo. Tante Jule lächelte und zeigte auf die wehende Wäsche am Nachbarbalkon. Der Wind war da. Bo legte die Hand hinter die Windmühle, damit er ihre Flügel besser sehen konnte. Er bemerkte einen dünnen grünen Faden. Er gehörte zur rankenden Pflanze und lag quer über dem gelben Flügel.

Kapitel 2 von 4

Nicht einfach ziehen

Bo griff nach dem Faden. Tante Jule hielt ihn sanft zurück. „Schau erst, wo er herkommt“, sagte sie. Die Kresse hatte sich mit einer feinen Ranke um die Achse gewickelt. Wenn Bo stark zog, könnte der Stängel reißen. Er holte seinen Hocker und stellte ihn sicher auf den trockenen Balkonboden. Jule hielt die Windmühle fest, während Bo die Ranke langsam entwirrte.

Einmal rutschte sie wieder zurück. Bo seufzte. Dann sah er, dass der grüne Faden unter einem Flügel hindurchmusste, bevor er sich lösen ließ. Jule drehte das Rad nur ein kleines Stück, Bo führte die Ranke in die andere Richtung. Die Pflanze behielt ihre Blätter und die Achse war frei. Trotzdem drehte sich die Windmühle nicht.

Kapitel 3 von 4

Der schiefe Flügel

Bo pustete erneut. Nun hörte er ein leises Schaben. Der rote Flügel berührte den Holzstab hinter dem Rad. Bo sah von der Seite hin. Er war beim Entwirren ein wenig verbogen. Tante Jule zeigte ihm, wie er das Papier zwischen zwei Fingern behutsam glätten konnte. Nach dem ersten Versuch strich es noch immer am Stab entlang. Bo bog die Ecke nur einen Hauch weiter.

Da kam eine Böe. Die Mühle drehte sich einmal rund und blieb wieder stehen. Bo wartete. Beim nächsten Windstoß lief sie schon vier Runden. Nicht jeder Wind reichte zum Drehen, aber nichts klemmte mehr. Bo legte die Ranke auf einen freien Platz am Geländer und band sie mit einer weichen Schleife locker fest. So konnte sie weiterwachsen, ohne die Achse zu erreichen.

Kapitel 4 von 4

Vier Farben im Kreis

Am Abend saßen Bo und Jule bei den Blumen. Die Windmühle drehte sich im sanften Wind. Bo zählte die Farben, solange er konnte, und sah dann nur noch ihren bunten Kreis. „Also war weder die Mühle noch der Wind ganz kaputt“, sagte er. „Erst die Ranke, dann der Flügel.“ Jule nickte. Zwei kleine Dinge hatten zusammen ein großes Rätsel ergeben.

Bo malte für den nächsten Besuch ein Erinnerungsbild: eine grüne Ranke neben einer freien Achse. Er steckte es in seine Tasche. Beim Gehen sah er noch einmal zurück. Die Kapuzinerkresse wuchs, die Wäsche wehte und die Windmühle drehte sich. Alle drei durften sich bewegen, jedes auf seine Weise.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Was hielt die Mühle zuerst fest?
  2. Warum zog Bo nicht einfach an der Ranke?
  3. Wie findest du heraus, warum etwas nicht funktioniert?

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